1990 kam die amerikanische Komödie "Kevin - Allein zu Haus" in die Kinos, die sich über dreieinhalb Jahrzehnte zum beliebtesten Weihnachtsfilm der Welt entwickelte. Der Film über den achtjährigen Kevin McCallister, der versehentlich während einer Familienreise nach Paris zu Hause gelassen wurde, erscheint noch immer jede Saison auf den Bildschirmen.

Wie ein Meisterwerk entstand

Der Film wurde von Regisseur Chris Columbus und Drehbuchautor John Hughes geschaffen. Interessant ist, dass die Idee während Hughes' Arbeit an dem Film "Onkel Buck" entstand, in dem auch Macaulay Culkin mitspielte. Das Drehbuch wurde in nur neun Tagen geschrieben, was jedoch nicht verhinderte, dass es zu einem Kultfilm wurde.

Joe Pesci und Daniel Stern spielten die Rollen der Räuber Harry und Marv, obwohl ursprünglich Robert De Niro für die Rolle des Harry in Betracht gezogen wurde. Catherine O'Hara und John Heard verkörperten die Bilder der Eltern der großen Familie.

Rekorde und Erfolge

Der Originalfilm von 1990 wurde zur erfolgreichsten Komödie des Jahres in den USA und sammelte über 476 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen. Das macht ihn zu einer der profitabelsten Weihnachtskomödien aller Zeiten. 27 Jahre lang hielt der Film den Rekord als erfolgreichste Komödie der Filmgeschichte.

Der Film erhielt den "People's Choice Award" in der Kategorie "Lieblingskomödie", und der junge Macaulay Culkin wurde mit Nominierungen für die "Young Artist Awards" für die beste Kinderrolle ausgezeichnet.

Interessante Fakten vom Dreh

Die meisten Szenen wurden nicht in dem luxuriösen Haus der McCallisters gedreht, sondern in Kulissen, die in einer Schulsporthalle aufgebaut wurden. Sogar die Treppe war eine optische Täuschung und führte nirgendwohin.

Aufgrund von Altersbeschränkungen konnte Macaulay Culkin nicht mehr als fünf Stunden am Tag arbeiten und schlief oft zwischen den Takes ein. Den berühmten "Verteidigungsplan" des Hauses malte der Junge eigenhändig mit Buntstiften.

Eine wachsende Franchise

Der Erfolg des Originals brachte eine ganze Franchise mit fünf Filmen hervor: "Kevin - Allein in New York" (1992), "Kevin - Allein zu Haus 3" (1997), "Kevin - Allein zu Haus 4" (2002), "Kevin - Allein zu Haus 5: Der Weihnachts-Coup" (2012) und das moderne "Kevin - Allein zu Haus" von 2021.

Das Scheitern des sechsten Teils

Der Film Home Sweet Home Alone (2021), den die Zuschauer inoffiziell "Kevin - Allein zu Haus 6" nennen, wurde zu einem der lautesten Misserfolge der Franchise. Auf IMDb erhielt er nur 3,6 von 10 Sternen, auf Rotten Tomatoes 15% positive Kritiken.

Das Hauptproblem des Films ist die radikale Veränderung der moralischen Akzente. Während im klassischen Film der Zuschauer das Kind unterstützte, das sich gegen professionelle Diebe verteidigte, ist der Hauptcharakter Max Mercer in der 2021er Version ein wohlhabender und arroganter Junge, und seine Gegner sind ein gewöhnliches Ehepaar in finanziellen Schwierigkeiten, das versucht, ein eigenes Familienerbstück zurückzuholen.

Infolgedessen verschoben sich die Sympathien der Zuschauer nicht auf die Seite des Kindes, sondern auf die Seite der sogenannten Räuber. Die Fallen, die im Original als Schutzelement funktionierten, werden in der neuen Version als übermäßig brutale Gewalt wahrgenommen.

Kulturelles Phänomen

Der Film hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Popkultur: Zitate und Szenen daraus wurden legendär, und das Haus, in dem Kevins Abenteuer stattfinden, wurde zu einer beliebten Touristenattraktion im Bundesstaat Illinois. Seit 35 Jahren bleibt "Kevin - Allein zu Haus" ein obligatorisches Attribut der Weihnachtsfeiertage für Millionen von Familien auf der ganzen Welt.