Am 26. Dezember feiern orthodoxe Gläubige in der Ukraine die Synode der Heiligsten Gottesmutter – ein besonderes Fest, das der Verehrung der Jungfrau Maria und der ihr nahestehenden Heiligen gewidmet ist. Im Volk ist dieser Tag als Großmuttertag bekannt, an dem besondere Ehre der Mutterschaft und der weiblichen Kraft erwiesen wird.

Geschichte und Bedeutung des Festes

Nach dem neuen Kirchenkalender markiert der 26. Dezember die Fortsetzung der Weihnachtsfeiern. Wenn wir am ersten Tag den Geborenen preisen, richtet sich am nächsten Tag die ganze Aufmerksamkeit auf Diejenige, die Ihm das Leben schenkte. Das Wort „Synode" im Namen des Festes bedeutet „Versammlung" – die Gläubigen kommen zusammen, um die Jungfrau Maria, Josef den Bräutigam und den heiligen Jakobus, den Bruder des Herrn, zu verherrlichen.

Das Fest wurde offiziell im 7. Jahrhundert eingeführt, aber die Verehrung der Gottesmutter hat ihre Anfänge bereits im 4. Jahrhundert. An diesem Tag gedenkt man der Ereignisse, die unmittelbar nach der Geburt Christi stattfanden, als der Engel Josef vor der Bedrohung durch König Herodes warnte und die Heilige Familie durch die Flucht nach Ägypten gerettet wurde.

Traditionen und Bräuche des Großmuttertages

In den Kirchen finden am 26. Dezember feierliche Gottesdienste mit Lobgesängen zu Ehren der Gottesmutter statt. Die Gläubigen beten zur Allreinen Jungfrau Maria und bitten um ihren Schutz, Gesundheit und Seelenfrieden.

Der zweite Weihnachtstag ist eine Zeit aktiver Gastfreundschaft. Während der Heilige Abend und Weihnachten selbst meist im engsten Familienkreis verbracht werden, öffnen sich am 26. Dezember die Türen der Häuser weit. Gerade zu dieser Zeit beginnt die aktive Phase des Sternensingens, wenn Kinder oder Erwachsene von Haus zu Haus gehen.

Besondere Traditionen des Tages:

  • Backen von Kuchen und Festbroten für Wöchnerinnen, Geburtshelfer und Kinder
  • Erster Haarschnitt eines Kindes, das ein Jahr alt geworden ist
  • Beschenken schwangerer Frauen und junger Mütter
  • Besuch der Taufpaten, Großmütter und Großväter
  • Zubereitung von Brei und Bewirtung der Gäste

Verbote am 26. Dezember

An diesem Tag gibt es bestimmte Verbote, die mit der allgemeinen festlichen Stimmung einhergehen:

  • Man sollte keine schwere körperliche Arbeit verrichten, um nicht Krankheiten und Müdigkeit für das ganze Jahr heraufzubeschwören
  • Es ist verboten zu waschen, zu nähen oder aufzuräumen – dies ist eine Zeit der Heiligkeit, nicht der häuslichen Hektik
  • Man darf keinen Müll, Gerümpel oder zerbrochenes Geschirr aus dem Haus bringen, um nicht zusammen damit Glück und Familienglück „hinauszutragen"
  • Schimpfworte, Streit, Klatsch, Neid und Rache werden nicht gebilligt
  • Schwangeren Frauen und ihren Ehemännern ist es verboten zu arbeiten

Volkszeichen am 26. Dezember

Nach dem Wetter dieses Tages beurteilt man das kommende Jahr:

  • Elstern laufen im Schnee – es wird wärmer
  • Sonniger Tag – der Januar wird klar und frostig
  • Schnee klebt an den Handflächen – das Wetter wird milder
  • Krähen lärmen – erwarte Schneestürme
  • Roter Sonnenuntergang – zu starken Frösten

Unter den interessanten Zeichen: Wenn der Brei anbrennt, dann zu starkem Schneefall. Nach dem Wetter am 26. Dezember und den folgenden 11 Tagen bestimmte man früher, wie jeder Monat des neuen Jahres werden würde.

Feierlichkeiten in anderen Ländern

Im weltweiten Kontext ist der 26. Dezember ebenfalls besonders. In vielen westlichen Ländern, zum Beispiel in Großbritannien und Kanada, ist dies der Boxing Day. Historisch war dies ein Tag, an dem Reiche Geschenkboxen an Diener verschenkten, heute ist es zu einem Tag der Schlussverkäufe und Sportveranstaltungen geworden.

In der Ukraine bewahrt dieser Tag vorerst mehr spirituellen und familiären Inhalt als kommerziellen und bleibt ein wahres Fest der Mutterschaft und Familienwerte.