Am 25. Dezember feiert die Ukraine zum dritten Mal offiziell Christi Geburt — eines der größten und feierlichsten christlichen Feste, das zur Erinnerung an die Geburt Jesu Christi in Bethlehem begangen wird. Dies ist ein Staatsfeiertag, der in über 100 Ländern der Welt gefeiert wird.
Nach dem Übergang der Orthodoxen Kirche der Ukraine und der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche zum neujulianischen Kalender am 1. September 2023 fallen die Daten des orthodoxen und katholischen Weihnachtsfestes zusammen. Die Werchowna Rada verabschiedete im Juli 2023 ein Gesetz zur Änderung der Termine staatlicher Feiertage, wonach der 7. Januar nicht mehr Feiertag ist und der 25. Dezember als offizielles Datum der Weihnachtsfeier festgelegt wurde.
Biblische Geschichte und Symbolik
Dem Evangelium zufolge gebar die Jungfrau Maria Jesus Christus in Bethlehem während einer Volkszählung. Wegen der Überfüllung der Stadt fanden Maria und Josef keine Unterkunft und blieben in einem Stall neben dem Vieh. Im Moment der Geburt des Erlösers leuchtete der Stern von Bethlehem am Himmel auf, der den Weisen aus dem Osten den Weg wies.
Heute ist am Ort der Geburt Christi ein 14-zackiger silberner Stern als Symbol des Sterns von Bethlehem aufgestellt. In der Höhle befinden sich auch der Altar der Geburt und die Krippe. Diese Heiligtümer sind für Pilger aus aller Welt zugänglich.
Feiertraditionen
Am Vorabend von Weihnachten feiern die Christen Heiligabend — den abschließenden Tag der Weihnachtsfastenzeit. Der Tradition nach endet das Fasten mit dem Erscheinen des ersten Abendsterns am Himmel. In der ukrainischen Volkstradition wird eine brennende Kerze auf den Festtisch gestellt und 12 Fastenspeisen serviert, von denen jede gekostet werden soll. Das Hauptgericht des Heiligabends ist die Kutja.
Der Weihnachtsmorgen beginnt mit dem traditionellen Gruß: „Christus ist geboren!", worauf geantwortet wird: „Wir preisen Ihn!". Nach alter Volkstradition gehen Koliadnyky von Haus zu Haus, preisen Christus und die Hausherren und erhalten dafür Bewirtung. Es wird geglaubt, dass diese Tradition hilft, das Heim vor dem Bösen zu schützen und Wohlstand anzuziehen.
Verbote und Vorzeichen
An diesem Feiertag gibt es seit jeher strenge Verbote: Man darf nicht fluchen und schimpfen, schwere Arbeit und häusliche Sorgen verrichten. Nach Volksglauben ist es verboten, Müll hinauszutragen oder zu putzen — sonst trägt oder fegt man Glück und Wohlstand hinaus. Auch sollte man keine Friedhöfe besuchen oder auf die Jagd oder zum Fischen gehen.
Einem Vorzeichen nach sollte als erster ein Mann das Haus betreten — dann wird in der Familie Frieden und Harmonie herrschen. Das leuchtendste Vorzeichen des Tages: Wenn es an Weihnachten schneit, wird das Jahr in jeder Hinsicht gesegnet sein.
Kalendarische Besonderheiten
Ein Teil der Gläubigen in der Ukraine wird Weihnachten noch nach dem julianischen Kalender am 7. Januar feiern. Den neujulianischen Kalender verwenden heute die meisten orthodoxen Kirchen der Welt, insbesondere das Konstantinopolitanische Patriarchat. Gleichzeitig halten sich die Russische, Serbische, Georgische und Jerusalemer Orthodoxe Kirche an den julianischen Kalender.
Historiker glauben, dass Jesus zwischen 6 und 4 Jahren vor unserer Zeitrechnung geboren wurde, und das Datum des 25. Dezember hängt mit den alten Festen der Wintersonnenwende und dem römischen Fest des Sonnengottes Sol zusammen.