Die ehemalige Sprecherin des Präsidenten der Ukraine, Volodymyr Selenskyj, Julia Mendel, äußerte in einem Interview mit "Radio Free Europe" ihre Bedenken bezüglich des ehemaligen Chefs des Präsidialamtes, Andrij Jermak, und bezeichnete ihn als "sehr gefährliche Person". Sie betonte, dass sie ernsthafte Gründe habe, um Angst um ihr Leben zu haben, aufgrund des Einflusses und der Handlungen Jermaks.

Mendel stellte fest, dass Jermak erheblichen Einfluss auf Präsident Selenskyj hatte, indem er oft die Umsetzung von Entscheidungen blockierte, die vom Staatsoberhaupt getroffen wurden. "Es gab Fälle, in denen er Beamte anrief und bat, das, was der Präsident angeordnet hatte, nicht auszuführen", berichtete Mendel und unterstrich, dass Jermak den Informationsfluss und die Entscheidungen in der ukrainischen Regierung kontrollierte.

Die ehemalige Pressesprecherin erwähnte, dass Jermak im Jahr 2019 einen politischen Berater in den USA fragte, wie man Präsident werden könne. "Das zeigt seine politischen Ambitionen", stellte sie fest und hob hervor, dass Jermak sogar nach seiner Amtsenthebung Einfluss auf wichtige politische Prozesse in der Ukraine behalten könnte.

Mendel wies auch darauf hin, dass es Jermak war, der Selenskyj versicherte, dass es keine umfassende Invasion durch Russland geben würde, was ihrer Meinung nach einen gravierenden Fehler darstellte, der zu einer Verschlechterung der Situation im Land führte. "Ich habe Angst. Ich bete täglich zu Gott, dass ich am Leben bin", fügte sie hinzu.

Zusammenfassend betonte Mendel, dass Jermak die "gefährlichste Person" in der aktuellen politischen Struktur der Ukraine bleibe und erklärte, dass viele Menschen aufgrund seiner Handlungen negative Konsequenzen erlitten hätten.