In Reggio Calabria läuft ein Ermittlungsverfahren, das Verbindungen zwischen öffentlichen Amtsträgern und der „Ndrangheta“ — einer italienischen kriminellen Organisation — aufgedeckt hat. Staatsanwältin Sara Parezan hat die Ermittlungen abgeschlossen, in deren Folge 15 Personen unter Verdacht stehen, eine kriminelle Vereinigung gebildet und illegale Finanzströme verwaltet zu haben.

Laut den Ermittlungsergebnissen haben die Verdächtigen ein Netz von Unternehmen organisiert, die damit beschäftigt waren, „Scheinfirmen“ zur Geldwäsche zu gründen. Sie verwendeten gefälschte Finanztransaktionen, um ihre Aktivitäten zu tarnen und Gewinne aus illegalen Quellen, einschließlich des internationalen Handels, zu generieren.

Missbrauch durch die Strafverfolgungsbehörden

Eine der zentralen Figuren des Falls, ein ehemaliger Polizist, wird verdächtigt, Beratung zur Umgehung der Ermittlungen gegeben zu haben. Er nutzte seine Amtsstellung zur Eröffnung von Konten auf Namen von Strohmännern und durchsuchte die geheimen Daten der Strafverfolgungsbehörden. Dies ermöglichte es den Kriminellen, den Strafverfolgungsbehörden einen Schritt voraus zu sein und ohne Strafverfolgung zu agieren.

Darüber hinaus behandelte Staatsanwältin Parezan den Versuch eines Geschäftsmannes, sich in die Arbeit der Nachrichtendienste „einzumischen“, indem er Geschenke und Luxussportwagen anbot, um seine Interessen im Bereich der öffentlichen Aufträge zu fördern.

Das System der „Scheinfirmen“

Laut den Anklagen operierte ein ganzes Netz von Briefkastenfirmen, die ständig ihre Dokumentation erneuerten, um einer Aufdeckung zu entgehen. Daten aus operativen Überlegungen weisen auf Fakten hin, die den Austausch vertraulicher Informationen unter Kriminellen bestätigen.

Unter Ermittlungen stehen auch zwei Unternehmer, die Informationen über laufende Ermittlungen dank der Aktivitäten korruptionsbelasteter Beamter erhalten haben. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, und die Verdächtigen haben 20 Tage Zeit, um ihre Erklärungen abzugeben und Einspruch zu erheben.

Laut den neuesten Ergebnissen haben die Verbindungen zwischen der Unterwelt und öffentlichen Beamten ernsthafte Besorgnis in der Region ausgelöst, und die Staatsanwaltschaft wird diese Fälle weiterhin überwachen.