In Huljaipole im Gebiet Saporischschja finden erbitterte Straßenkämpfe statt — russische Besatzer versuchen zum Stadtzentrum durchzubrechen und sich an dessen Rändern festzusetzen. In den letzten 24 Stunden wurden 20 Kampfhandlungen registriert, was von hoher Feindaktivität in dieser Richtung zeugt.
Dies teilte der Sprecher der Südverteidigungskräfte Wladislaw Woloschyn mit. Nach seinen Worten versucht der Gegner in das Stadtzentrum zu infiltrieren, führt Sturmgruppen heran und versucht Gruppen an den Rändern der Ortschaft zu etablieren.
Untersuchung des kompromittierenden Videos
Währenddessen erschien in sozialen Netzwerken ein Video, in dem Russen angeblich einen Kommando-Beobachtungsposten einer ukrainischen Einheit im Zentrum von Huljaipole erobert haben. Die Aufnahmen zeigen einen verlassenen Raum mit funktionierenden Computern, Dokumentation und einem ungeschützten Telefon.
Nach Informationen aus Quellen ereignete sich dieser Vorfall am 18. Dezember. Die Südverteidigungskräfte begannen eine detaillierte Untersuchung zur Feststellung der Ursachen des Zwischenfalls und seiner Glaubwürdigkeit.
"Zu diesem Sachverhalt führen Vertreter entsprechender kompetenter Organe eine detaillierte Untersuchung durch. Erst danach werden Informationen veröffentlicht. Auch wird ein Verfahren durch Strafverfolgungsbehörden eingeleitet", erklärte Wladislaw Woloschyn.
Bedrohung für die Saporischschja-Richtung
Experten warnen vor schwerwiegenden Folgen eines möglichen Verlusts von Huljaipole. Der ehemalige Generalstabschef der Streitkräfte der Ukraine Wiktor Muschenko bemerkte in einem Interview mit Radio Freiheit, dass der Fall der Stadt eine Flankenbedrohung für ukrainische Positionen in Richtung Orechow schaffen würde.
"Der Verlust von Huljaipole kann zu bestimmten Problemen führen — und diese Probleme sind keineswegs klein. Es geht um die Schaffung einer Flankenbedrohung für die Gruppierung in Richtung Orechow", betonte Muschenko.
Nach seinen Worten könnte dies der russischen Armee die Möglichkeit für weiteres Vorrücken in Richtung Orechow und zum Erreichen der Linien von Stepnohorsk und Kamyschewachi geben. Die Entfernung von Primorske, dem die Russen drohen, zu Balabino — einem Vorort von Saporischschja — beträgt nur 11 Kilometer.
Aktuelle Situation
Die Russen forcierten den Fluss Hajtschur, wo ukrainische Kräfte eine Verteidigungslinie errichteten, was dem Feind erlaubt, die Anstrengungen in Richtung Saporischschja zu verstärken. Jedoch erwarten Experten kein schnelles Vorrücken der Besatzer aufgrund mehrerer vorbereiteter Verteidigungslinien.
Die Situation um Huljaipole verschärfte sich Ende November, als Meldungen über die Präsenz russischer Truppen in der Umgebung der Stadt auftauchten. Obwohl die Verteidigungskräfte diese Daten zunächst dementierten, bestätigten weitere Ereignisse die Ernsthaftigkeit der Bedrohung.