Der ehemalige Premierminister Großbritanniens, Boris Johnson, hat den von den USA vorgeschlagenen "Friedensplan" für die Ukraine scharf kritisiert und als "militärische Kastration" bezeichnet. In einem Artikel für die «Daily Mail» äußerte er seine Besorgnis über die Bedingung, die ein russisches Veto gegen die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine sowie die Kontrolle Moskaus über ausländische Truppen auf ukrainischem Boden vorsieht.

Johnson stellte fest: "Putin kann an diesem Samstag nicht anders, als über die Unfähigkeit seiner Gegner und die unglaubliche Schwäche des Westens zu lächeln." Er betonte, dass die Bedingungen, die im "Friedensplan" festgelegt seien, die Ukraine tatsächlich unter die Bedrohung eines dritten Übergriffs durch Russland gebracht würden.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, betonte seinerseits in seiner Ansprache an das ukrainische Volk, dass der reale Plan auf garantierter Sicherheit und Gerechtigkeit basieren müsse, nicht auf bestimmten Punkten des Dokuments. Er stellte fest, dass es "jetzt um mehr geht als nur um die Punkte des Dokuments".

Selenskyjs Position und internationale Verhandlungen

Selenskyj kommentierte die Zusammensetzung der Delegation, die die Ukraine bei internationalen Verhandlungen vertreten wird, und bestätigte, dass ihr Ziel der Schutz der nationalen Interessen des Landes sei. "Wir wissen, wie wir die ukrainischen nationalen Interessen schützen können und was nötig ist, damit Russland keinen dritten Übergriff durchführt", betonte er.

In der Ukraine wird weiterhin der neue "Friedensplan" der USA diskutiert, der territoriale Zugeständnisse der Ukraine im Austausch gegen Sicherheitsgarantien vorsieht. Derzeit sind die Details dieses Plans ziemlich umstritten, und die Fragen über die Teilnahme der Ukraine an der NATO und die Demilitarisierung bleiben offen.

Reaktion der internationalen Gemeinschaft

Es ist auch zu erwähnen, dass der Präsident der USA, Donald Trump, der Ukraine eine Frist bis zum 27. November gesetzt hat, um auf die vorgeschlagene Initiative zu antworten. Dabei betonte der US-Vizepräsident James Vance, dass Frieden nicht durch "unfähige Diplomaten" erreicht werden kann und forderte einen realistischen Ansatz in den Verhandlungen.

Johnson fasste zusammen, dass die "sogenannten Freunde der Ukraine" nun ihre Interessen verraten und nannte dies "München". Seine Kritik richtet sich nicht nur gegen die USA, sondern auch gegen andere westliche Länder, die seiner Meinung nach nicht in der Lage waren, der Ukraine die angemessene Unterstützung zu bieten, und die eine Niederlage im Krieg mit Russland verkörpern.

Inzwischen setzen die Verhandlungen bei der G20 in Johannesburg die Diskussion möglicher Gegenangebote seitens der Europäischen Union fort, insbesondere im Kontext der neuen Initiative der USA zur friedlichen Lösung des Konflikts in der Ukraine.