Der ungarische Premierminister Viktor Orbán äußerte während eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau die Hoffnung, dass Budapest ein Ort für Friedensverhandlungen im russisch-ukrainischen Krieg werden könnte.
Die Erklärung Orbáns, die von "Interfax" übermittelt wurde, zeugt von seinem Interesse an einer Beendigung des Konflikts in der Ukraine. "Ungarn ist an Frieden interessiert, und wir hoffen, dass die kürzlich veröffentlichten Initiativen dazu führen werden. Unser Treffen gibt mir die Gelegenheit zu bestätigen, dass Ungarn bereit ist, einen Ort für solche Verhandlungen bereitzustellen und den erfolgreichen Abschluss des Prozesses zu unterstützen", merkte Orbán an.
Besuch in Moskau und energiewirtschaftliche Fragen
Orbán kündigte seinen Besuch in Moskau für den 28. November an, währenddessen die Energieversorgung für Ungarn im Winter und im nächsten Jahr besprochen werden soll. In einem Kommentar erklärte er zudem, dass "wir wahrscheinlich nicht umhin kommen können, den Plan zur Beendigung des Krieges zu diskutieren".
Dieser Besuch hat Besorgnis bei Ungarns Partnern in der EU und der NATO ausgelöst, da das Treffen nicht im Voraus mit den Alliierten abgestimmt wurde. Der Besuch ist mit der Teilnahme von Ministern und Beratern geplant, was seine Bedeutung unterstreicht.
Kernenergie und Sanktionsfragen
Neben der Energieversorgung werden während des Treffens auch Fragen der Kernenergie erörtert, insbesondere die Beteiligung des Unternehmens "Westinghouse" an Projekten zum Bau von Kernkraftwerken in Ungarn. Es wird zudem diskutiert, ob eine Vereinbarung getroffen werden kann, die es dem ungarischen Unternehmen "MOL" ermöglicht, eine Beteiligung von "Gazprom" am serbischen "NIS" zu erwerben. Dies könnte Ungarn helfen, die Risiken möglicher Sanktionen seitens der USA zu verringern.
Orbáns Kurs bleibt pro-russisch, und er besteht darauf, dass die EU den Plänen folgen sollte, die von den USA vorgelegt wurden.
Derzeit bleibt Orbáns Position zur finanziellen Unterstützung der Ukraine unklar, und die Vertreter der ukrainischen Regierung glauben, dass dieser Kurs allgemein bekannt ist.