Priester Oleksiy Filyuk von der Orthodoxen Kirche der Ukraine erhielt einen Einberufungsbescheid vom territorialen Rekrutierungszentrum trotz drei gesetzlicher Grundlagen für einen Aufschub der Mobilisierung. Das Dokument wurde ihm direkt auf dem Platz nach der Beerdigung eines gefallenen ukrainischen Soldaten am 5. Dezember überreicht.

Dies teilte der Priester selbst in den sozialen Medien mit, veröffentlichte ein Video mit dem Einberufungsbescheid und kommentierte die Situation scherzhaft: "Ich habe noch einen Einberufungsbescheid fürs Militär. Das war's. Lebt wohl, liebe Familie, ich gehe die Ukraine verteidigen. Wir haben einen Soldaten auf dem Platz begraben, und nach der Soldatenbeerdigung wurde mir ein Einberufungsbescheid überreicht. Hater, freut euch!"

Drei gesetzliche Grundlagen für einen Aufschub

In einem Interview mit Marichka Dovbenko erklärte der Priester detailliert seinen Status und nannte drei Schlüsselfaktoren, die ihm das Recht auf Aufschub der Mobilisierung geben:

  • Kinderreichtum: Filyuk erzieht fünf Kinder, drei davon minderjährig, und betreut selbständig Waisenkinder
  • Arbeitsplatzreservierung: der Priester ist offiziell in einem Agrarunternehmen beschäftigt, das den Status eines strategischen Unternehmens hat
  • Tempeldienst: religiöse Organisationen gehören zu kritischen Infrastrukturobjekten, was das Recht auf Personalreservierung gibt

Trotz dieser gesetzlichen Grundlagen überreichten ihm TRZ-Vertreter dennoch den Einberufungsbescheid unmittelbar nach Ende der Bestattungszeremonie.

Geistliche Unterstützung für Militärangehörige

Oleksiy Filyuk beschäftigt sich aktiv mit der geistlichen Betreuung ukrainischer Verteidiger und führt einen beliebten Blog. Der Priester betonte, dass seine Hauptpflicht derzeit die Sorge für die Kinder ist, die er nicht allein lassen kann, aber ohne väterliche Pflichten würde er längst als Kaplan an der Front dienen.

In seinem Kommentar zur Situation erwähnte Pater Oleksiy auch andere Unannehmlichkeiten des Tages: "So ein Tag, Gott bewahre: Paket gestohlen, Einberufungsbescheid erhalten".

Derzeit ist unbekannt, ob der Priester beim territorialen Rekrutierungszentrum erscheinen wird. Er führt weiterhin seinen Blog und leistet geistliche Unterstützung für Militärangehörige, wobei er den Dienst in der Gemeinde mit der Arbeit im Agrarsektor verbindet.

Die Situation löste viele Diskussionen in sozialen Medien aus, da der Erhalt des Einberufungsbescheids vor dem Hintergrund anhaltender gesellschaftlicher Spannungen aufgrund der langanhaltenden russischen Aggression und verstärkter Mobilisierungsmaßnahmen stattfand.